Die Werbung eines Softwarekonzerns verspricht, Businessdaten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. In der Landwirtschaft gleichen Traktoren heute schon Hightech-Maschinen, um zum Beispiel optimal Aussaaten oder Erntezeiten zu ermitteln. Auch im Human Resource Management ist Big Data auf dem Vormarsch. Was bedeutet das konkret für die Zielgruppendenke?

Weltweit verarbeiten Web- und Suchmaschinenprovider, Konzerne, Behörden und viele weitere Organe Userdaten. Das Internet ist zum Lebensraum der Menschen aufgestiegen und löst die analoge Welt in vielen Bereichen ab. Menschen hinterlassen daher mehr Spuren im Digitalen als im Analogen. Und das unauslöschlich.

 

 

Wirtschaft stellt auf Big Data um

 Die auf Werbung basierte Wirtschaft macht sich den Megatrend zunutze. Sie will Nachfrage und Angebot möglichst so aufeinander abstimmen, dass keine Überschüsse an Ressourcen, Arbeitskraft, Zeit und Investment entstehen. Damit ändert sich auch die Businessdenke: Der Markt produziert im besten Fall auf spezielle Anforderung der Verbraucher, statt ihnen ihre Lösungen im Pushprinzip zu verkaufen. Doch was will der Konsument eigentlich? Das erfahren Werber und Manager, indem sie soziologische, geographische, konsumrelevante, gehaltstechnische Verbraucherdaten auswerten.

 

Die Businessdenke ändert sich fundamental

In Wirtschaft und Politik gilt schon seit den 1980er Jahren die Maxime: Auf Zukunft wartet man nicht. Man macht sie. Oder in den Worten der Managementvordenkerin Sonja Radatz ausgedrückt: „Gestalte, ansonsten wirst Du gestaltet“. Mit den exponentiell anwachsenden Datenuniversen wird das in einem nie gekannten Ausmaß möglich. Server regieren die Welt. Watson von IBM und HANA von SAP machen es vor.

 

Und Human Resources?

Big Data führt uns also in das seit den 1980er Jahren vorausgesagte Age of Reason, wie die Amerikaner es nennen. Wenn nun also Politik, Wirtschaft und auch die Gesellschaft auf dem Wege des Konsums den Weg der offenen Türen beschreiten, wäre es da nicht naheliegend darüber nachzudenken, ob nicht auch im Personalmarketing mit Big Data gearbeitet werden sollte. Dennoch zeigen Studien, dass Big Data über die Konzerne hinaus Einzug in den Mittelstand gehalten hat.